Jetzt ist es endgültig Herbst geworden und das merkt man extrem an den morgendlichen, sehr frischen Temperaturen. Wenn es aber so sonnig ist, wie die vergangenen Tage, dann machen Volksläufe nochmal so richtig Spaß.
Ich entschied mich deshalb am vergangenem Freitag mit meiner Teamkollegin Bianca am Siegener Staffellauf Teilzunehmen. Jeder von uns hatte abwechselnd 3 flache Runden à 2200 m zu laufen und das am Besten so schnell wie möglich. Bianca startete als Erste und übergab mir recht schnell den Staffelstab. Nun war ich dran. Ich rannte für meine Verhältnisse viel zu schnell los und konnte auf den ersten 500m im 3:15 `er Schnitt anlaufen aber dann drückte irgendjemand auf`s Knöpfchen und ich wurde immer langsamer;) Nach 2200m übergab ich den Staffelstab an Bianca wieder ab. Phuuu...diese Runde hatte es in sich, 3:48 war der Kilometerschnitt und ich musste noch 2x Laufen. Ich war jetzt schon platt.
Gelaufen wurde parallel zur Sieg (Fluss) und da wurde es dann schon empfindlich kalt denn der Start war erst um 18:10 Uhr. Die letzte Runde rannte ich im Flutlicht und wir konnten als erstes 2`er Team das Ziel erreichen.
Die Entscheidung, dort in Siegen zu laufen war recht spontan und ich hatte gar nicht mehr an den Halbmarathon gedacht, der ja nächsten Tag war! Ich fühlte mich aber sehr gut nach diesem Lauf und im Trainingsplan war der samstägige Halbmarathon in Hachenburg nur mit 85% meines Leistungsvermögens angesetzt.
Hachenburg ist eine tolle Stadt und ich konnte die vergangenen 2 Jahre hier den landschaftlich sehr schönen aber extrem anspruchsvollen Marathon über 42 km gewinnen. Dieses Jahr machte ich es anders. Ich startet also beim Halbmarathon und wollte locker und kontrolliert diesen Lauf beenden und genießen. Und das tat ich auch. 14:00 Uhr war der Startschuss. Der Löwenlauf hatte dieses Jahr, auch sicher aufgrund des Wetters, sehr viele Teilnehmer auf allen Distanzen zu verzeichnen. Bei Sonnenschein ging es über Asphalt und anschließend Waldwegen die ersten 11 km eigentlich nur Berghoch. ich bin das ja nach Wales gewöhnt ;-) Auf der Strecke traf ich viele Bekannte und Freunde.
Da der Marathon schon seit 11:30 Uhr unterwegs war, liefen wir uns quasi auf der Strecke entgegen und auch hier erkannten mich viele und wir feuerten uns gegenseitig an. Ich traf unter anderem Egon Grabner. Ihn habe ich auf Mallorca 2009 kennengelernt. Er läuft hier immer den Marathon und wir klatschten uns herzlich ab. Ich bin diesmal bewusst ohne Musik gelaufen um alles genau mit zu bekommen auf der Strecke. Die Mörsbacher machten den ersten Verpflegungstand und da stand auch Timo, ein Bekannter der auch nächstes Jahr wieder nach Hawaii will.
Nach einer Zeit von 1:33 Stunden und 330 HM lief ich entspannt und mit einem Lächeln auf dem alten Markt in Hachenburg als 2. Frau ein. Anschließend gab es noch die obligatorische Siegerehrung in der Sporthalle mit vielen schönen Preisen. Rundum Gelungen und eine Teilnahme oder Besuch allemal wert.
Sonntag, 16. Oktober 2011
Mittwoch, 5. Oktober 2011
Trainingslager Mallorca 2012
Hallo Ihr, ich werde 2012 zum erstem Mal ein Trainingslager selbst organisieren, einfach um mit sportverrückten Freunden eine Woche lang Spaß zu haben. Der Termin steht und es findet vom 13.- 20.April 2012 auf Mallorca statt. Ich werde voraussichtlich das Hotel Ferrer Janeiro in Can Picafort reservieren, denn da kann man gut schwimmen und gut Essen. Ich werde das Trainingslager mit Olaf Sabatschus durchführen. Ein 25m beheizter Freiwasserpool steht zur Verfügung und ein Radverleih ist direkt nebenan. Es gibt einen Katalogpreis der fest ist also mehr wird es nicht. Das Hotel im EZ/HP und Flug kostet 475 EUR und im DZ (für 2 Personen) mit HP und Flug ca. 850,-EUR, Rad kommt noch mit 89 EUR/Woche dazu und Radtransfer mit Air Berlin Card kostenlos und sonst 50 EUR Hin/Zurück. Das Olaf Sabatschus Sportpaket kann optional für 119,- EUR dazugebucht werden. Weiteres erfahrt Ihr hier unter:http://www.olafsabatschus.de/index.php?option=com_content&view=article&id=412&Itemid=257&lang=de
Bitte meldet Euch schnell, dann kann ich alles fertig machen und Ende November buchen! liebe Grüße Steffi
Link zum Hotel
zur Anmeldung gehts hier
Dienstag, 4. Oktober 2011
geht da noch was?????
Nach dem Ironman Wales habe ich mir viele Gedanken gemacht, vorallem was ich verbessern kann um effektiver 2012 durch zu starten. Da ich momentan nur das trainiere , wozu ich Lust und Laune habe, benötigt mein Körper einfach mal eine sportliche Pause. Leider ist das gar nicht so einfach denn viele meiner Freunde bereiten sich auf einen Marathon zum Saisonende vor. Ich laufe dieses Mal (geplant) keinen und es frustet mich deshalb noch mehr wenn ich auf Facebook lese wie schön der 30`er war. Verdammt, aber ich habe keine Kraft mehr um verletzungsfrei durch einen Marathon mit angestrebter Bestzeit zu kommen.Ich war deshalb vergangenes Wochenende bei meinen Eltern in der Nähe von Berlin. Ich wollte gerne 2 Wettkämpfe absolvieren aber da der erste am Samstag so anspruchsvoll war und mir alles abverlangte, entschied ich mich nur noch zu 2 Radausfahrten mit moderatem Tempo. Der Kurparklauf am Samstag hatte auf 14km 300 HM und es ging nur rauf und runter. Ich konnte diesen Lauf zwar gewinnen aber mir ging Berghoch sprichwörtlich die Luft aus. Nach 1:06 Stunde konnte ich das Ziel erreichen.
Ergebnisliste
Kurparklauf GPS File
Nachmittags ging es noch zu einer zweistündigen Radausfahrt aber am nächsten Tag spürte ich deutlich meine Bänder im Fußbereich und die Muskulatur in der Hüftgegend war sehr schmerzhaft. Es gibt ja echt Exoten bei solchen Läufen. Bergrunter flog ein 60+ Läufer mit neonfarbender Kompressionskleidung und starkem Bart und Haarwuchs an mir vorbei. Unglaublich, ich laufe eigentlich den Berg hinunter echt schnell aber dieser Athlet sprang wie eine Gazelle von Wurzel zu Wurzel. Ich fragte mich: Ob der schon neue Knie und Hüften hat???? Wenn nicht, braucht er sie nach diesem schweren Berglauf! Am Abend ging es dann gepflegt mit meinen Eltern und Freunden zur Kneipentour aber wie Ihr sich wisst, vertragen Sportler rein gar nichts. Es wurde also ein billiger Abend mit netter Musik und jede Menge Spaß! In 2 Wochen werde ich mich an den Halbmarathon beim Löwenlauf versuchen.
Jetzt plane ich ersteinmal die Trainingslager 2012. Ich werde im April wahrscheinlich nach Mallorca fahren und diesmal selbst organisieren. Bisher haben 9 Athleten Ihr Interesse angemeldet. Wenn Ihr also Lust auf 7-10 Tage Triathlontrainingslager inkl. Schwimmen und Laufen dann meldet Euch unter: stefstone226@googlemail.com
Preise und ähnliches folgt in Kürze..
Ergebnisliste
Kurparklauf GPS File
Nachmittags ging es noch zu einer zweistündigen Radausfahrt aber am nächsten Tag spürte ich deutlich meine Bänder im Fußbereich und die Muskulatur in der Hüftgegend war sehr schmerzhaft. Es gibt ja echt Exoten bei solchen Läufen. Bergrunter flog ein 60+ Läufer mit neonfarbender Kompressionskleidung und starkem Bart und Haarwuchs an mir vorbei. Unglaublich, ich laufe eigentlich den Berg hinunter echt schnell aber dieser Athlet sprang wie eine Gazelle von Wurzel zu Wurzel. Ich fragte mich: Ob der schon neue Knie und Hüften hat???? Wenn nicht, braucht er sie nach diesem schweren Berglauf! Am Abend ging es dann gepflegt mit meinen Eltern und Freunden zur Kneipentour aber wie Ihr sich wisst, vertragen Sportler rein gar nichts. Es wurde also ein billiger Abend mit netter Musik und jede Menge Spaß! In 2 Wochen werde ich mich an den Halbmarathon beim Löwenlauf versuchen.
Jetzt plane ich ersteinmal die Trainingslager 2012. Ich werde im April wahrscheinlich nach Mallorca fahren und diesmal selbst organisieren. Bisher haben 9 Athleten Ihr Interesse angemeldet. Wenn Ihr also Lust auf 7-10 Tage Triathlontrainingslager inkl. Schwimmen und Laufen dann meldet Euch unter: stefstone226@googlemail.com
Preise und ähnliches folgt in Kürze..
Freitag, 23. September 2011
Ich werde Läuferin- der Herbst ist da
Die Saison ist nun rum und das wir Triathleten nach einer Langdistanz nicht in ein Loch fallen, werden wir im Herbst zum Läufer. Bis in den Dezember hinein findet man fast überall kleine , nette Volksläufe in ganz Deutschland. Aber auch die großen Marathons wie Berlin, Dresden und Frankfurt stehen im Herbst an. Ich habe mich mit meinem Trainer erstmals dafür entschieden, keinen Marathon zu Laufen. Durch die doch harte Saison werde ich kurzfristig entscheiden ob es Sinn macht, einen Marathon auf Bestzeit zu Laufen. Nach Wales hatte ich weder Muskelkater noch körperliche Ermüdungserscheinungen. Das ist sehr merkwürdig aber kam mir entgegen denn so konnte ich die letzten 2 Wochen Trainingseinheiten absolvieren, auf die ich gerade richtig Lust hatte. Den Freitag nach dem Ironman bin ich beim Firmenlauf für die Generali gelaufen. Zwei Freunde luden mich ein und wir hatten nicht nur einen schönen Lauf sondern auch einen sehr netten Abend.
Das Tempogebolze auf den nicht ganz 5 Kilometern, machte mir nichts aus und ich konnte ihn mit Platz 3 der Frauen und Bestzeit beenden. Wales lag erst 4 Tage zurück und die anderen Mädels waren weitaus jünger als ich! Unglaublich was der Körper kann! Samstag bin ich dann mit der Olaf Sabatschus Radtrainingsgruppe knapp 65km gefahren und auch da kam ich problemlos mit . In den nächsten Tagen werde ich mir Gedanken über die Saisonstarts und Ziele 2012 machen. Ihr könnt mir gerne mitteilen wo Ihr nächstes Jahr startet. Ich bin gespannt!!!
Das Tempogebolze auf den nicht ganz 5 Kilometern, machte mir nichts aus und ich konnte ihn mit Platz 3 der Frauen und Bestzeit beenden. Wales lag erst 4 Tage zurück und die anderen Mädels waren weitaus jünger als ich! Unglaublich was der Körper kann! Samstag bin ich dann mit der Olaf Sabatschus Radtrainingsgruppe knapp 65km gefahren und auch da kam ich problemlos mit . In den nächsten Tagen werde ich mir Gedanken über die Saisonstarts und Ziele 2012 machen. Ihr könnt mir gerne mitteilen wo Ihr nächstes Jahr startet. Ich bin gespannt!!!
Samstag, 17. September 2011
Der härteste Kampf meines Lebens der "Ironman Wales" Teil III
Laufen, das geht eigentlich immer hinten drauf bei mir aber ich wurde diese Saison auch schon ein paar Male eines Besseren belehrt. Als ich aus der Wechselzone, hoch in die Stadt bog, stand Harald da. Ich sah seine Freude förmlich im Gesicht und las seine Gedanken " Zum Glück macht sie weiter". Ich dachte: Wir können doch nicht so weit gefahren sein, um dann einfach aufzugeben!In der einen Hand hatte ich mein Carboo4U Gelflasche mit der anderen klatschte ich ab! Die ersten Schritte waren federleicht und ich konnte mein Tempo kaum kontrollieren. Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet mit 4:43 min/km, eigentlich viel zu schnell aber was hatte ich zu verlieren? Wieder waren meine Gedanken beim Buch des Chris McCormack. Ich rief Harald nochmal zu: ICH PROBIERE ES JETZT EINFACH! ICH FÜHLE MICH GUT! Mein Verstand aber sagte mir, wenn Du so weiter läuftst, und ich hatte gerade 300m hinter mir, wirst Du ab km 10 Gehen. Jetzt kam der erste lange Anstieg. Mühevoll schleppten sich die Athleten da hoch. Ich setzte zum Überholen an, im Visier eine Frau. Beim Vorbeilaufen riskierte ich kurz ein Blick auf die Nummer- gesamt bin ich nun einen vorgerutscht aber leider falsche Altersklasse. Ich hatte den Hawaii Traum längst abgeschrieben aber irgendwie hatte ich doch noch Hoffnung, und die war berechtigt wie sich am Ende herausstellte.Der Berg schien nun aber niemals zu Enden. Ca 2 - 3 km ging es aus Tenby raus und ich überholte und überholte!!! Unbegreiflich!!! Auf der Radstrecke gelitten und dann das hier! Wie auf mich abgestimmt konsumierte ich meine Gels und "COLA" !!! Wenn ich jetzt schon eines aus dem Buch von Chris McCormack gelernt habe, dann ist es COLA Trinken! Der Beste Sportdrink der Welt. Nicht nur als Belohnung für die elendigen Qualen sondern für die schnelle Aufnahme von Einfachzucker!
Nach 5km kam die Wende und es ging bergab, gar nicht so einfach und diese Schläge, die man da mitbekommt, tun so richtig weh. Es ging wieder nach Tenby rein. Die Strecke war gesäumt mit Zuschauern. Was für ein Publikum. Sie saßen in den Pubs und tranken Bier und machten Stimmung. Nun mussten wir in Tenby direkt am Meer laufen und es ging hoch und runter. Ein Anstieg war kaum zu laufen, viele gingen hier aber da in dem Moment der Wind von hinten kam wurde man auch leicht hoch geschoben. Ja,Ja, der Wind. Ich genoß die Ruhe in den engen Strassen der Stadt beim Laufen weil ich nun mehr als 9 Stunden diesem boeigem, pfeifenden Wind ausgesetzt war. Ich sah Harald wieder. Er freute sich so und feuerte mich an! Jetzt lief es immer noch bei mir. Ich konnte es kaum glauben. Ich hatte jetzt auch ein Bändchen für die erste Runde um den Arm!!! Oder ich formuliere es mal so- ich hatte 10km von 42 geschafft. Ob das motivierend oder demotivierend war, keine Ahnung. Ab sofort dachte ich nun nicht mehr ans Aufgeben. Ich schrie Harald zu" Ich ziehe das Ding hier durch und wenn ich Gehend ins Ziel muß! Ich wollte die Medaillie und das Shirt! Und die Hawaii Quali???? Ach ja, da war doch noch was. Ich kassierte Plätze um Plätze. Ich weiß nicht wie viele ich in der zweiten Runde überholte aber es waren Einige und.... ich fühlte mich immer noch gut! Die Hälfte der Kilometer hatte ich nun und es artete in einem Volkswandertag für die anderen Athleten aus. An den Steigungen sah man nur noch vereinzelt Athleten tatsächlich Laufen aber ich lief...wie ein Uhrwerk. An den Verpflegungsstellen tankte ich wieder mein Gel- Wasser- Cola- Cola! Dabei hatte ich etwas Angst mir mein schönes Shirt und die strahlenden neuen Schuhe zu versauen. Typisch Frau denkt Ihr sicher aber auf sowas achtet kein Mann ;) Harald stand wieder genau richtig und nun musste ich noch eine gute Figur für das Foto machen, gar nicht so einfach! Ich zeigte ihm an: Nur noch 2 Runden!!!!
Jetzt fing es an zu Regnen aber so richtig. Der Wind und der Regen, eine gemeine Kombination. Die Tropfen fühlten sich nicht nur kalt sondern auch wie Stecknadeln auf meiner Haut an und es ging mal wieder bergauf. Entgegen kam mir Imke Schiersch, eine deutsche Profiathletin. Sie hatte die selbe Anzahl an Bändchen nur ich war auf dem Weg aus der Stadt und sie hinein. Sie sah fertig aus, wie ich, aber wie soll man denn auch gut aussehen nach 10 Stunden bei Wind , Regen und mehr als 200 km in den Beinen? Meine Position im Hauptfeld sah also gar nicht schlecht aus. Harald rief mir das ja immer wieder zu. Vor mir tauchte dann ein deutscher Athlet auf, er ging. Ich klatschte ihm auf den Hintern und meinte "Komm mit". Kurze Zeit später lief jemand an mir vorbei und sagte " Hey Speedy, Du läufst ja gar nicht schlecht" und weg war er. Es war der Selbe, der eben noch ging und nun rannte er in einem Höllentempo an mir vorbei!!!! Jetzt war es soweit. ich bereitete mich auf mein drittes und vorletztes Bändchen vor! Ich konnte es nicht fassen. 31 km standen auf meiner Uhr und nun war es nur noch ein Katzensprung bis nach Hause!
Auf den letzten 10 km sah ich am Wendepunkt die dünne, kleine Schweizerin. Sie ist mir schon auf der Expo, 2 Tage vorher, aufgefallen. Durchtrainiert, Läuferfigur und auf dem Rad fegte sie an mir vorbei. Sie war auch in meiner Altersklasse und auch schon auf Hawaii ( was die Aufkleber an ihrem Rad signalisierten). Nun lief sie nicht mal 5 min vor mir. Es klingelte in meinem Köpfchen!!!! Gib Gas, vielleicht bist Du näher an der Quali als Du denkst, sagte ich mir. Ich ließ es auf den letzten Metern nochmal richtig Krachen. Nun machte ich mich bereit für mein weißes und letztes Bändchen. Ich bog in den Zielkanal ein- 300 Meter ging es gegen den Wind hinauf zum Zielbogen. Ich hörte den Sprecher schon "YOU ARE AN IRONMAN(girl)" Ich heulte vor Freude über das Finish und konnte es kaum Glauben. Ich war im Ziel. 11:51 Stunden. Magenumdrehende 1:04 Stunde im tosenden Ozean, unerbittliche Qualen auf dem Rad und anschließend den Marathon in fantastischen 3:36 Stunden gelaufen. Ich bin angekommen! Gesund!!!! Was für ein Finish!!! Belohnt wurde ich mit Fish & Chips im Ziel. Da musste ich gleich nochmal heulen. Esskultur??????
| Volkswandertag in Temby |
3,8km Schwimmen - wellig, kalt (ich hatte 400HM auf der Garmin)
180km Radfahren - mit 2500 HM (einige hatten 2800HM auf der Uhr) extrem anspruchsvoll
42km Marathon - flach ist anders, bergig mit knapp 600HM anspruchsvoll
Stimmung: hervorragend!!!!
Fazit: vergisst Lanzarote oder Hawaii, Der Ironman Wales ist ein Abenteuer und das Richtige für Tough Guy`s and Girl`s
Leider hat es für die Qualifikatin für den Ironman Hawaii nicht gereicht. Traurig bin ich nicht! Hey man, ich bin angekommen wie viele andere nicht! Mein Kopf hat durchgehalten und jetzt gibt es keine schweren Rennen mehr;)
Danke an alle die an mich geglaubt und gedacht haben, die sich Sorgen machten und mir den ganzen Sonntag ihre Aufmerksamkeit schenkten indem sie vor dem Rechner hockten! Dafür belohne ich Euch jetzt hoffentlich mit meinem Bericht?
Einen ganz besonderen Dank aber an meinen Kumpel Harald für`s Mitkommen, für den unermüdlicher Einsatz an meinem Rad und für die Motivation vor und während dem Rennen! Dich kann man mitnehmen;)
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| Harald |
Donnerstag, 15. September 2011
Der härteste Kampf meines Lebens, der "Ironman Wales" Teil II
Wie schon geschrieben nach 64 min beförderte mich die letzte große Welle mit Wucht aus dem Wasser an den Strand. Schnell lief ich die Rampe hinauf, den Neo zog ich bis zum Bauchnabel runter und begab mich an meine Wechseltüte.
Hier war vielleicht ein Gedränge. Ich zog mir die Schuhe an und ließ sorgfältig meine Schwimmbrille und die Neoprenschuhe in der Tüte zurück. Was für ein Fehler, diese tauchte später nie wieder auf! Jetzt brüllten einem die Zuschauer durch die engen Strassen von Tenby in die erste Wechselzone.
Im Wechselzelt fand ich schnell meinen Beutel aber es war auch hier kaum Platz zum Umziehen. Die Lufttemperatur lag bei ca 16 Grad und ab und zu schien die Sonne also kein Regen. Ich zog mich dennoch komplett um inkl. Carboo4U Ärmlinge.
Nach 30 km und einem ständigem auf und ab mit über 50 km/h Wind von allen Richtungen hatte ich erste Zweifel an meiner Form. Ich fuhr bis dahin einen 29`er Schnitt, konnte also zufrieden sein aber ich war so müde.... einige Athleten fragten mich warum ich ständig gähnen würde, ich sollte doch schneller fahren um nicht einzuschlafen;)
Der Radkurs ließ das aber nicht zu denn neben Wind, nassen Strassen und steilen Auf und Abfahrten kamen Steine und Äste hinzu die den Kurs extrem anspruchsvoll machten. Nach weniger als 40km merkte ich das mein Timing Chip am linken Bein fehlt
Was nun. Ich hatte so eine ähnliche Situation schoneinmal in der Liga und schob deshalb keinerlei Panik. Ich winkte unverzüglich einen Wettkampfrichter ran und teilte ihm meine Sorge mit. Alles kein Problem meinte er, ich solle nach dem Radfahren einfach im Wechselzelt Bescheid geben und ich bekäme einen Neuen.Super, ich war beruhigt nur leider dachte ich an alle meine Freunde, Familie zu Hause. Sie würden sich sicher Sorgen machen!
Nach 90km rechnete ich mal grob nach und dachte schon ich hätte in Mathe nicht aufgepasst. Meine Uhr zeigte 3 Stunden an. Das wären ja 6 Stunden ???? Das kann nicht sein. Es gab auch auf der Radstrecke nicht eine Kilometerangabe aber auf mein Garmin war immer verlass! Der Radkurs wurde immer schlimmer. Ständig rauf bis zu 16- 17 % und sehr steile Abfahrten, die nicht nur gefährlich waren, sich waren Lebensgefährlich!!! Überall flickten die Athleten Ihre Reifen. Ich habe noch niemals im Wettkampf oder Training erlebt das Athleten Ihr Rad den Berg hochschieben- IN WALES SCHON !!!! Nach 110km kam ich nach Tenby rein und Harald reicht mir meine Eigenverpflegung. ich jammerte ich schrie Ihn an- ICH GEBE AUF- ICH KANN NICHT MEHR- ICH BIN SO MÜDE. Aber was er nun sagte motivierte mich zum weitermachen. "NICHT AUFGEBEN" KOMM MACH WEITER" Er lief den Berg mit mir hinauf. Meine Tacho zeigte 4km/h ! Unfassbar!
Ich fuhr weiter und schwörte mir um zudrehen. Diese Idee hatten viele, nur sie setzten sie um und kamen mir entgegen. Ich nicht ! Jetzt entschied ich auf Kaffeefahrt. Locker, flockig noch 60km und dann ne Currywurst oder ein Rindersteak, nein besser eine Rinderroulade! Ich hatte einen Fleischhunger, kaum zu glauben. In meinem Kopf drehte sich alles um Essen, Hawaii Quali Ade, jetzt langsam Fahren, nur noch 6,7 oder 8 Berge mit 14-16 %. Nein, Nein...was mache ich hier! Aber wie ich oft sage: ES GEHT IMMER WEITER...WEITER...IMMER WEITER. Nach 160km hielt ich zum Pinkeln an. Auf der Strecke war eh keiner mehr. ich wartete förmlich auf den Besenwagen und immer wieder die Gähn- Müdigkeits- Attacken! Mein Puls war zum Teil bei Abfahrten 59 s/m und bei Bergauffahrten 89s/m . Das ist doch nicht normal??? Ich dachte schon an Krankheit(en). Nur noch 20km und dann Beine hoch! In Tenby angekommen sah ich wieder Harald. Er freute sich mich zu sehen und ich rief wieder- SCHLUSS JETZT! ICH HÖRE AUF! Es ging bergab in die 2. Wechselzone und da sah ich sie schon den Berg hinaufklettern, die Athleten! Marathon??? Nach diesem Radsplit und 6:50 Stunden- Auf keinen Fall- Nie im Leben sehe ich das Ziel! Jetzt kamen mir die Profi`s entgegen und Tatsache, sie hatten erst ein Bändchen von 4 um den Arm. Sie waren erst 10 bzw. 15km gelaufen! Harald rief mir zu, Du bist nicht weit hinten! Was mache ich jetzt??? Erstmal lief ich gemütlich ins Wechselzeit und teilte einem Wettkampfrichter mit, dass ich meinen Chip verloren haben. Ich zog mich in Ruhe um und schon hatte ich auch wieder einen Chip am Bein! Nun musste ich ja Laufen. Sie hatten sich so eine Mühe gegeben. In meinem Kopf hatte ich nun folgenden Gedanken. da ich zur Zeit das Buch von Chris McCormack lese wusste ich, abgerechnet wird beim Laufen! Ich hatte wieder Mut und meine Beine fühlten sich auch ganz gut an. Ich lief also los und ignorierte meine Uhr. ich vertraute auf mein Gefühl.......................
mehr zur dritten Disziplin gibt es morgen :)
Mittwoch, 14. September 2011
Der härteste Kampf meines Lebens, der "Ironman Wales"
Nun sind einige Tage vergangen und ich habe alles "Revue passieren" lassen, was mir da am Sonntag wiederfahren ist. Niemand der Teilnehmer, ausser den Briten, wusste was für eine Hammerstrecke uns dort beim Ironman Wales erwarten würde. Ich bin mit folgenden Infos nach Wales gereist:
3,8 km Schwimmen im kalten Atlantik mit Wellen
180 km Rad und insgesamt 600 HM
42 km Laufen auf flachem Asphalt
Was ich aber bei der Wettkampfbesprechung und durch Gespräche mit anderen Athleten erfuhr, machte mir jeden Tag mehr Angst. Das Wetter war schon anfangs schlecht gemeldet. Der Hurrikan in den USA zog Richtung Großbritannien und deshalb konnten wir mit starkem bis sehr starkem Wind am Renntag rechnen. Das spürten wir auch schon am Freitag und es war noch nicht klar, ob und wo geschwommen wird. Das Meer brodelte und Freitag sowie Samstag war ein Schwimmen unmöglich, sogar lebensgefährlich und es sollte am Sonntag schlimmer kommen. Am Abend entschied man dann das Schwimmen am Renntag zum North Beach zu legen, ca 1,5 km von der Wechselzone entfernt.
Um aber nicht Barfuss laufen zu müssen wurden extra Laufschuhe am Schwimmausstieg deponiert. Der Ausstieg führte über eine Serpentinenrampe in die Stadt und dann weiter zur ersten Wechselzone. So viele Info`s, die sich stündlich neu änderten, waren verwirrend und auch die Wahl des Rades und Laufräder war eine Herausforderung.
Samstag war dann Rad Check-in. Es regnete in Strömen und der Wind war so stark, dass beim Rausholen der Carbonlaufräder aus dem Auto man fast davonflog. Weil die meisten mit normalem Rennrad und 3- fach anreisten, kamen wir ins Grübeln. Zeitfahrrad??? Mit oder ohne Carbonlaufräder??? 12-25 oder 12-27 `er Ritzelpaket???? normales Rennrad mit oder ohne Carbonlaufräder??? Es war nervenaufreibend. Jeder riet einem zu etwas anderem. Letztendlich verließ ich mich auf die Briten, die alle mit Rennrad eincheckten und machte zusammen mit Harald mein Trainingsrad fertig. Da ich trotz Drehmomentschlüssel ausversehen die Klemme der Sattelstütze vollständig funktionsuntüchtig ( die Klemme brach) binnen weniger Sekunden machte, lagen meine Nerven blank. Harald blieb cool und reparierte alles innerhalb weniger Stunden mit ausgezeichneten Ideen. So wurde die Sattelklemme durch eine Flaschenhalterklemme ersetzt und Kabelbinder vermied das Rausrutschen der Sattelstütze! Genial.
Sonntag = Renntag:
Fast hätte ich verschlafen und am Morgen ging es plötzlich ganz schön stressig zu. Ich bereitete mir meine Getränke für`s Radfahren vor ( für genau 5:30 Stunden) und ahnte da keineswegs, dass es nicht reichen würde. Nach dem Frühstück checkte ich nochmal das Rad und begab mich im Neo zum Schwimmstart. Weil das Wasser 14 Grad hatte war es erlaubt mit Neoprenschuhen zu schwimmen. Mike Möbius , der Organisator vom ITT Ferropolis, organisierte mir solche Schuhe und so testete ich am Renntag zum ersten Mal das Meer. Ich war vorher noch nie im Salzwasser oder Meer geschwommen (Wettkampf) und wusste nicht, was mich da erwarten würde. Die Wellen türmten sich auf und die Brandung war extrem stark. Egal, Augen zu und durch!!!
Um 7:00 Uhr dann der Kanonen - Startschuss. Let`s go aber nicht ins Wasser sondern den Profi`s am Strand hinterher. Ein Engländer rief: It is a swin or it is a run??? Wegen der hohen Wellen rannten die Athleten ca 350 m links am Strand Richtung Felsen um dann ins Wasser zu laufen. Wie aufregend!!! Ich sprang in die Wellen und spürte die Kälte und das salzige in meinem Mund. Jetzt Rhythmus finden aber wie??? Mir wurde übel, die Wellen schaukelten einem hin und her. Nach 2 Bojen fühlte sich mein Mund trocken und extrem salzig an. In meinem Kopf drehte sich alles und mein Gesicht war eingefroren. Was mache ich hier nur??? Ich sah endlich Land und wusste, die ersten 1,9 km waren geschafft! Ich schaute auf die Uhr und die zeigte 29 min an - WOW!!!! Weiter so. Nach kurzem Landgang ging es wieder ins Meer aber auch schnell wieder raus. Die Wellen waren so hoch, sie beförderten einem gleich wieder an den Strand.
Die zweiten 1,9km waren bei mir geprägt von Übelkeit und Schwindel. Nach unfassbaren 64 min konnte ich die erste Disziplin an diesem langen Tag hinter mir lassen.
Bilder gibt es hier und morgen folgt der Bericht zum Radfahren........
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